Aktualisiert am
30.04.2026
17.10.2023

Kilometergeld 2026: Dienstreise & Ehrenamt mit privatem Pkw

Roland Völkel
Senior Content Marketing Manager

Inhalt

Das Wichtigste auf einen Blick


Was ist Kilometergeld in Deutschland und wie hoch ist es? Kilometergeld — in Deutschland fachsprachlich Kilometerpauschale oder Wegstreckenentschädigung genannt — bezeichnet die pauschale Erstattung für Fahrten mit dem privaten Pkw, die auf dienstlicher oder ehrenamtlicher Veranlassung erfolgen. Der gesetzliche Pauschalsatz liegt bei 0,30 € pro gefahrenem Kilometer (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a EStG, Bundesreisekostengesetz). Das Kilometergeld ist klar abzugrenzen von der Entfernungspauschale (Pendlerpauschale), die nur den Arbeitsweg betrifft. Dieser Leitfaden erklärt, wann Kilometergeld zum Einsatz kommt, wie es berechnet wird und welche Sonderregeln im Ehrenamt gelten.

Hinweis: Wenn Sie als Mitarbeitende:r den Arbeitsweg (Wohnung zur Arbeitsstätte) steuerlich geltend machen wollen, finden Sie dazu Informationen in unseren Leitfäden zur Pendlerpauschale und Entfernungspauschale. Wenn Sie als Arbeitgeber Mitarbeitenden einen Zuschuss zum Arbeitsweg gewähren möchten, siehe Fahrtkostenzuschuss vom Arbeitgeber.

Was ist Kilometergeld in Deutschland?

Kilometergeld ist im deutschen Sprachgebrauch ein eher umgangssprachlicher Sammelbegriff für die pauschale Kilometer-Erstattung bei Fahrten mit dem privaten Pkw. Im Steuer- und Reisekostenrecht spricht man präziser von Kilometerpauschale oder Wegstreckenentschädigung.

In Deutschland kommt Kilometergeld in vier Hauptkonstellationen zum Einsatz:

  • Dienstreisen mit privatem Pkw. Wenn Mitarbeitende für eine dienstliche Auswärtstätigkeit ihren privaten Pkw nutzen, kann der Arbeitgeber 0,30 € pro gefahrenem Kilometer steuerfrei erstatten. Grundlage: § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a EStG.
  • Ehrenamtliche Tätigkeit. Wer ehrenamtlich für eine gemeinnützige Organisation Fahrten mit dem privaten Pkw übernimmt, kann ebenfalls 0,30 € pro Kilometer entweder vom Verein erstattet bekommen oder in der Steuererklärung als Sonderausgabe geltend machen.
  • Reisekosten von Selbstständigen. Selbstständige und Freiberufler können Fahrten zu Kunden, Geschäftsterminen oder anderen beruflich veranlassten Zielen mit der Pauschale als Betriebsausgabe geltend machen.
  • Bundesreisekostengesetz für Bundesbeamte. Im öffentlichen Dienst gilt für Wegstreckenentschädigungen das BRKG, dessen Sätze sich an § 9 EStG orientieren.
Begriffsklärung: "Kilometergeld" ist primär ein österreichischer Fachbegriff (dort 0,50 € pro Kilometer in 2025). In Deutschland sprechen Steuer- und Lohnbüros eher von "Kilometerpauschale". Die Begriffe werden umgangssprachlich aber häufig synonym verwendet.

Wie hoch ist das Kilometergeld 2026 in Deutschland?

Direktantwort: Die deutsche Kilometerpauschale beträgt 2026 unverändert 0,30 € pro gefahrenem Kilometer für Fahrten mit dem privaten Pkw. Bei Motorrädern, Mofas und Mopeds liegt die Pauschale bei 0,20 € pro Kilometer. Diese Sätze gelten seit Jahren konstant und sind in § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a EStG sowie im Bundesreisekostengesetz (§ 5 BRKG) verankert.

Ein wichtiger Unterschied zur Entfernungspauschale: Beim Kilometergeld zählen alle gefahrenen Kilometer — Hin- und Rückfahrt. Bei der Entfernungspauschale (Pendlerpauschale) zählt dagegen nur die einfache Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.

Was die Pauschale abdeckt. Der Pauschalsatz von 0,30 € pro Kilometer deckt sämtliche fahrzeugbezogenen Kosten ab — Kraftstoff, Wartung, Versicherung, Wertverlust, Steuern. Tatsächliche Einzelkosten müssen nicht nachgewiesen werden. Das ist die zentrale Vereinfachung gegenüber einer Einzelnachweis-Methode.

Wann höhere Erstattung möglich ist. Wer nachweisen kann, dass die tatsächlichen Kosten pro Kilometer höher liegen (z. B. bei sehr teuren Fahrzeugen oder hoher Auslastung), kann statt der Pauschale die tatsächlichen Kosten ansetzen. Dafür ist allerdings eine vollständige Fahrtenbuch-Dokumentation und Kostenrechnung nötig — der Aufwand lohnt sich in der Praxis selten.

Kilometergeld vs. Pendlerpauschale — die wichtigste Abgrenzung

Eine der häufigsten Verwechslungen: Kilometergeld und Pendlerpauschale sind nicht dasselbe. Beide haben sogar einen ähnlichen Zahlenwert (jeweils 0,30 € als Basissatz, plus 0,38 € ab 2026 für die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer), bedeuten aber etwas grundlegend Unterschiedliches:

Kriterium Kilometergeld (Reisekosten) Pendlerpauschale (Entfernungspauschale)
Anlass Dienstreise, Ehrenamt, Auswärtstätigkeit Arbeitsweg Wohnung → erste Tätigkeitsstätte
Gezählte Kilometer Alle gefahrenen Kilometer (Hin- und Rückfahrt) Nur einfache Entfernung
Höhe 2026 0,30 € pro Kilometer (0,20 € bei Motorrad/Moped) 0,38 € pro Entfernungskilometer (ab 1. km)
Verkehrsmittel Nur eigener Pkw / Motorrad / Moped Beliebiges Verkehrsmittel (auch ÖPNV, Fahrrad, zu Fuß)
Geltendmachung Erstattung durch Arbeitgeber/Verein oder als Werbungskosten Werbungskosten in der Steuererklärung (Anlage N)
Steuerliche Behandlung AG-Erstattung steuer- und SV-frei bis 0,30 €/km Mindert das zu versteuernde Einkommen
Rechtsgrundlage § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a EStG, § 5 BRKG § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG

Praxis-Beispiel zur Abgrenzung: Eine Mitarbeiterin fährt morgens 20 km von zu Hause ins Büro (Arbeitsweg → Pendlerpauschale, 20 km × 0,38 € = 7,60 €). Vom Büro fährt sie 80 km zum Kunden und wieder zurück (Dienstreise → Kilometergeld, 160 km × 0,30 € = 48 €). Abends fährt sie wieder die 20 km nach Hause (Pendlerpauschale, kein zusätzlicher Ansatz, weil die einfache Entfernung schon abgedeckt ist).

Pendlerpauschale 2026 — der Detail-Leitfaden

Entfernungspauschale 2026 — die neuen Werte

Kilometergeld bei Dienstreisen — wie funktioniert die Erstattung?

Wenn Mitarbeitende für eine dienstliche Auswärtstätigkeit ihren privaten Pkw nutzen, kann der Arbeitgeber das Kilometergeld als steuerfreie Reisekostenerstattung gewähren. Drei Punkte sind dabei zentral:

Was zählt als Dienstreise? Eine Auswärtstätigkeit liegt vor, wenn Mitarbeitende vorübergehend außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig sind — also bei Kundenbesuchen, Schulungen, Tagungen, Servicemontagen oder Geschäftsterminen. Der Arbeitsweg selbst (Wohnung → erste Tätigkeitsstätte) zählt nicht als Dienstreise.

Wie wird die Erstattung berechnet? Die Mitarbeitenden reichen die gefahrenen Kilometer ein (typischerweise per Reisekostenabrechnung), der Arbeitgeber zahlt 0,30 € pro Kilometer als steuerfreie Reisekostenerstattung. Auf Mitarbeiterseite ist die Erstattung lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei.

Was, wenn der Arbeitgeber weniger erstattet? Wenn der Arbeitgeber zum Beispiel nur 0,20 € pro Kilometer zahlt, können Mitarbeitende die Differenz (10 Cent pro Kilometer) als Werbungskosten in ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Voraussetzung: Es liegt tatsächlich eine berufliche Auswärtstätigkeit vor und die Fahrten sind dokumentiert.

Was, wenn der Arbeitgeber mehr erstattet? Über 0,30 € pro Kilometer hinausgehende Erstattungen sind als Arbeitslohn zu versteuern. Eine Pauschalversteuerung nach § 40 EStG ist hier in der Regel nicht möglich — der überschießende Anteil läuft als laufender Bezug.

Kilometerpauschale im Ehrenamt — die wichtigsten Sonderregeln

Variante Wie es funktioniert Lohnt sich, wenn
Direkte Erstattung durch den Verein Verein zahlt 0,30 €/km steuer- und SV-frei. Voraussetzung: dokumentierte Fahrten, finanzielle Mittel beim Verein …der Verein erstattungsfähig ist und Sie das Geld direkt erhalten möchten
Ehrenamtspauschale (§ 3 Nr. 26a EStG) 960 € pro Jahr steuerfrei für allgemeine ehrenamtliche Tätigkeit — deckt pauschal alle Aufwendungen ab (ab 2026 angehoben von 840 €) …Sie regelmäßig moderate Aufwendungen (auch Fahrtkosten) im Verein haben
Übungsleiterpauschale (§ 3 Nr. 26 EStG) 3.300 € pro Jahr steuerfrei für pädagogische, künstlerische oder pflegerische Tätigkeit (ab 2026 angehoben von 3.000 €) …Sie als Trainer, Dozent, Pfleger:in oder Künstler:in im Verein tätig sind
Aufwendungsersatzverzicht + Spende Sie verzichten formgerecht auf Erstattung, der Verein stellt Spendenquittung über den verzichteten Betrag aus …Sie steuerlich profitieren wollen und der Verein erstattungsfähig ist

Direktantwort: Wer ehrenamtlich für eine gemeinnützige Organisation Fahrten mit dem privaten Pkw übernimmt, kann ebenfalls 0,30 € pro Kilometer geltend machen — entweder als steuerfreie Erstattung durch den Verein, als Aufwandsentschädigung oder über die Sonderausgaben in der Steuererklärung.

Kilometergeld vom Verein erstattet bekommen

Wenn die gemeinnützige Organisation finanzielle Mittel hat, kann sie ehrenamtlich Engagierten die Fahrtkosten direkt erstatten — bis zu 0,30 € pro Kilometer steuer- und sozialversicherungsfrei. Voraussetzung: Es muss tatsächliche Fahrten gegeben haben und diese sollten dokumentiert werden (einfaches Fahrtenbuch oder Kilometernachweis reicht).

Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschale alternativ

Statt Einzelnachweis pro Fahrt können Ehrenamtliche pauschal nutzen:

  • Ehrenamtspauschale (§ 3 Nr. 26a EStG): 960 € pro Jahr steuerfrei für allgemeine ehrenamtliche Tätigkeit (ab 2026 angehoben von zuvor 840 €)
  • Übungsleiterpauschale (§ 3 Nr. 26 EStG): 3.300 € pro Jahr steuerfrei für pädagogische, künstlerische oder pflegerische Tätigkeiten in gemeinnützigen Vereinen (ab 2026 angehoben von zuvor 3.000 €)

Diese Pauschalen decken pauschal alle Aufwendungen ab — auch die Fahrtkosten. Wer die Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschale ausschöpft, kann die Kilometerpauschale nicht zusätzlich für dieselben Fahrten geltend machen.

Spende statt Erstattung — der Aufwendungsersatzverzicht

Eine in der Praxis oft übersehene Variante: Ehrenamtliche können auf die Erstattung verzichten und stattdessen den Verzichts-Betrag als Spende geltend machen. Voraussetzung ist eine schriftliche Vereinbarung mit dem Verein über den Erstattungsanspruch und ein anschließender, formgerechter Verzicht. Der Verein stellt eine Zuwendungsbestätigung (Spendenquittung) über den verzichteten Betrag aus, der dann als Sonderausgabe in der Steuererklärung absetzbar ist.

Praxis-Tipp: Wer steuerlich nicht im Spitzensteuersatz liegt und auf Erstattung verzichtet, profitiert oft mehr von der Spendenquittung — vor allem bei höheren Kilometer-Volumen. Aber: Der Verzicht muss vorab vereinbart sein und der Verein muss erstattungsfähig (also finanziell handlungsfähig) sein.

Wie wird das Kilometergeld berechnet?

Die Berechnung ist denkbar einfach: Gefahrene Kilometer × 0,30 € = Kilometergeld. Drei Praxis-Beispiele:

Beispiel 1: Dienstreise zum Kunden. Eine Vertriebsmitarbeiterin fährt zum Kundentermin nach München und zurück. Hin- und Rückweg insgesamt: 280 km. Kilometergeld: 280 × 0,30 € = 84 €. Diese Summe erstattet der Arbeitgeber steuerfrei.

Beispiel 2: Mehrere Termine an einem Tag. Ein Servicetechniker fährt am Tag drei Kunden an: 45 km, 120 km, 80 km — insgesamt 245 km plus Rückweg 60 km zur Werkstatt. Gesamt: 305 km. Kilometergeld: 305 × 0,30 € = 91,50 €.

Beispiel 3: Ehrenamtliche Fahrt. Eine ehrenamtliche Helferin fährt für einen Tierschutzverein 50 km zur Übergabe eines Pflegehundes und 50 km zurück. 100 km × 0,30 € = 30 €. Der Verein erstattet diese Summe steuerfrei oder die Helferin macht sie über den Verzicht als Spende geltend.

Bei Motorrädern, Mofas oder Mopeds wird stattdessen mit 0,20 € pro Kilometer gerechnet.

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Häufig gestellte Fragen:
Was ist der Unterschied zwischen Kilometergeld und Pendlerpauschale?
Dropdown Plus
Kilometergeld (0,30 €/km) gilt für Dienstreisen, Ehrenamt und ähnliche Auswärtstätigkeiten — und zwar für alle gefahrenen Kilometer (Hin- und Rückfahrt). Die Pendlerpauschale (0,38 €/Entfernungskilometer ab 2026) gilt nur für den Arbeitsweg Wohnung → Arbeitsstätte und zählt nur die einfache Entfernung. Beide laufen über unterschiedliche Paragraphen des EStG und werden anders steuerlich behandelt.
Wie hoch ist das Kilometergeld 2026 in Deutschland?
Dropdown Plus
0,30 € pro gefahrenem Kilometer für Pkw, 0,20 € pro Kilometer für Motorräder, Mofas und Mopeds. Diese Sätze sind in § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a EStG sowie im Bundesreisekostengesetz (§ 5 BRKG) festgelegt und gelten seit Jahren konstant. Achtung: Verwechseln Sie das nicht mit der österreichischen Regelung — dort liegt das Kilometergeld bei 0,50 €/km.
Bekomme ich Kilometergeld für ehrenamtliche Tätigkeit?
Dropdown Plus
Ja — wenn Sie für eine gemeinnützige Organisation Fahrten mit dem privaten Pkw übernehmen, können Sie 0,30 € pro Kilometer geltend machen. Drei Wege: (1) direkte Erstattung durch den Verein, steuerfrei, (2) Pauschalansatz über die Ehrenamtspauschale (960 €/Jahr ab 2026) oder Übungsleiterpauschale (3.300 €/Jahr ab 2026), (3) Aufwendungsersatzverzicht und Spende über den verzichteten Betrag.
Können Mitarbeitende Kilometergeld in der Steuererklärung geltend machen?
Dropdown Plus
Ja, wenn der Arbeitgeber weniger als 0,30 € pro Kilometer erstattet hat oder gar nicht erstattet hat. Die Differenz lässt sich als Werbungskosten in der Anlage N (für Auswärtstätigkeiten in Zeile 49 ff.) geltend machen. Voraussetzung: dokumentierte Fahrten, beruflicher Anlass.
Ist das Kilometergeld vom Arbeitgeber lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei?
Dropdown Plus
Ja, sofern es 0,30 € pro Kilometer nicht überschreitet und tatsächlich für Dienstreisen oder Auswärtstätigkeiten gezahlt wird. Höhere Erstattungen sind als Arbeitslohn lohnsteuer- und SV-pflichtig. Die Erstattung muss in der Lohnabrechnung als steuerfreie Reisekostenerstattung erfasst werden.
Senior Content Marketing Manager

Roland beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Trends, Entwicklungen und Themen aus der HR Welt. Er widmet sich dabei primär den Bereichen Employee Engagement, DEI, Employee Wellbeing und Employee Experience.

Über diesen Autor
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Roland beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Trends, Entwicklungen und Themen aus der HR Welt. Er widmet sich dabei primär den Bereichen Employee Engagement, DEI, Employee Wellbeing und Employee Experience.
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