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Alternativen zur Gehaltserhöhung: 7 Benefits, die mehr bringen
Inhalt
Das Wichtigste auf einen Blick
Was eine Gehaltserhöhung wirklich kostet
Eine Gehaltserhöhung ist auf beiden Seiten der Lohnabrechnung teuer – und zwar unterschiedlich. Wer 100 € mehr brutto zahlt, trägt als Arbeitgebende rund 20 % Sozialabgaben obendrauf. Aus der Erhöhung werden so etwa 120 € im Monat, rund 1.440 € im Jahr pro Person.
Beim Team kommt weniger an, als viele denken. Je nach Steuerklasse, Kirchensteuer und Bundesland landen von 100 € brutto häufig nur 50 bis 60 € netto auf dem Konto. Über die Hälfte des Aufwands geht an Finanzamt und Sozialversicherung – nicht an die Person, der Sie etwas Gutes tun wollten.
Dazu kommt ein psychologischer Effekt, den Vergütungsstudien seit Jahren zeigen: Eine kleine Nettoerhöhung ist nach wenigen Monaten im Gehaltszettel aufgesogen und wird kaum noch wahrgenommen. Ein monatlich sichtbarer Benefit bleibt dagegen präsent.
Warum Benefits die günstigere Alternative sind
Steueroptimierte Benefits funktionieren anders als eine Bruttoerhöhung. Bei vielen Bausteinen fällt entweder keine oder nur eine niedrige Pauschalsteuer an, und Sozialabgaben entfallen. Aus einem Euro Aufwand wird so nahezu ein Euro Netto.
Das klingt einfach – ist es in der Praxis aber nicht ganz. Die Begünstigung hängt fast immer an einer Bedingung: Der Benefit muss zusätzlich zum vereinbarten Lohn gewährt werden. Wird bestehendes Gehalt einfach umgewandelt, greifen strengere Regeln.
Gehaltserhöhung oder Benefits: der direkte Vergleich
Ein Rechenbeispiel macht den Abstand sichtbar. Verglichen wird eine Bruttoerhöhung von 100 € mit einem Benefit-Mix aus 50 € Sachbezug und 50 € Internetzuschuss:
| Pro Mitarbeitenden / Monat | Bruttoerhöhung 100 € | Sachbezug 50 € + Internetzuschuss 50 € |
|---|---|---|
| Kosten für Arbeitgebende | ~120 € | 112,50 € |
| Netto beim Team | ~50–60 € | ~100 € |
Nahezu gleicher Aufwand, fast doppelte Wirkung beim Team. Der Sachbezug bleibt bis 50 € im Monat steuerfrei, der Internetzuschuss wird vom Arbeitgeber pauschal mit 25 % versteuert und kommt beim Team netto an.
Die 7 Bausteine im Überblick
Jeder Baustein folgt einer eigenen steuerlichen Logik. Die folgende Übersicht zeigt die Höchstwerte 2026 und die Behandlung:
| Baustein | Höchstwert 2026 | Steuerliche Behandlung |
|---|---|---|
| Essenszuschuss | bis 115,05 €/Monat (15 Tage × 7,67 €) | steuerfrei bzw. pauschal versteuert (25 %) |
| Sachbezug-Gutscheine | 50 €/Monat | steuerfrei (Freigrenze, § 8 Abs. 2 S. 11 EStG) |
| Sachbezug-Karte (Smartcard) | 50 €/Monat (teilt die Freigrenze) | steuerfrei |
| Internetzuschuss | bis 50 €/Monat | pauschal versteuert (25 %), für das Team netto |
| ÖPNV-Zuschuss | bis zur Höhe der Ticketkosten (Deutschlandticket 63 €/Monat) | steuerfrei (§ 3 Nr. 15 EStG) |
| Geschenke | 60 € pro persönlichem Anlass | steuerfrei als Aufmerksamkeit (R 19.6 LStR) |
| Erholungsbeihilfe | 156 € + 104 € Partner + 52 € je Kind | pauschal versteuert (25 %), für das Team netto |
Ein wichtiger Unterschied, den viele übersehen: „Steuerfrei“ und „pauschal versteuert“ sind nicht dasselbe. Beim Internetzuschuss und der Erholungsbeihilfe zahlt der Arbeitgeber eine Pauschalsteuer – für das Team ist die Leistung netto, im Rechtssinn aber nicht steuerfrei.
Welche Alternative passt zu welchem Unternehmen?
Nicht jeder Baustein wirkt in jedem Team gleich. Homeoffice-Teams profitieren vom Internetzuschuss, Pendelnde vom ÖPNV-Zuschuss, alle vom Essenszuschuss und Sachbezug. Welche Kombination sich lohnt und wie die Bausteine rechtssicher zusammenspielen, zeigt der Beitrag zu den Bausteinen der Nettolohnoptimierung.
Zusätzlichkeit: die wichtigste Regel
Der häufigste Fehler bei der Umsetzung ist ein formaler. Die meisten Bausteine sind nur begünstigt, wenn sie zusätzlich zum Lohn gewährt werden – nicht als Ersatz für einen Teil des Gehalts. Das Bundessozialgericht hat diese Zusätzlichkeit 2025 noch einmal geschärft. Wer Benefits als echtes Extra einführt und sauber dokumentiert, ist auf der sicheren Seite. Wie sich das auf die Lohnnebenkosten auswirkt, lesen Sie im verlinkten Beitrag.
Ihre Alternative in Zahlen
Wie groß der Unterschied für Ihr Unternehmen ausfällt, hängt an Steuerklasse, Bundesland und der Kombination der Bausteine. Statt zu schätzen, können Sie ihn pro Mitarbeitenden beziffern: Der Brutto-Netto-Benefit-Rechner von Hrmony stellt eine klassische Gehaltserhöhung allen sieben Bausteinen gegenüber und zeigt Arbeitgeberkosten, Netto beim Team und die Differenz pro Monat und Jahr.
Fazit
Eine Gehaltserhöhung ist der teuerste Weg, Wertschätzung zu zeigen. Steueroptimierte Benefits erreichen mit nahezu gleichem Aufwand einen deutlich höheren Netto-Effekt – vorausgesetzt, sie kommen zusätzlich zum Gehalt und werden sauber abgerechnet. Der Einstieg gelingt schon mit einem Baustein.






