Aktualisiert am
08.07.2026

Preboarding: Was es ist und warum die Zeit vor Tag 1 zählt

Roland Völkel
Senior Content Marketing Manager

Inhalt

Das Wichtigste auf einen Blick


  • Preboarding umfasst alle Maßnahmen zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag, die neue Mitarbeitende binden und den Start vorbereiten.
  • Die Phase ist kurz, aber heikel: Laut Haufe Onboarding-Studie 2023 kündigten bei 36 % der Unternehmen Neueinstellungen schon vor dem ersten Arbeitstag.
  • Wirksames Preboarding braucht keine großen Programme, sondern verlässliche Signale: Kontakt halten, Zugänge vorbereiten, den ersten Tag klar machen.
  • Preboarding ist nicht Onboarding: Es liegt davor und ist die Brücke in den eigentlichen Integrationsprozess.

Preboarding ist die Phase zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag – und oft die am meisten unterschätzte im gesamten Onboarding. Was dahintersteckt, welche Maßnahmen wirken und woran Preboarding scheitert.

Was ist Preboarding?

Preboarding bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen neue Mitarbeitende zwischen der Vertragsunterschrift und dem ersten Arbeitstag begleitet. Ziel ist, die Bindung in dieser Wartephase zu halten, Unsicherheit zu nehmen und den Start vorzubereiten – bevor die fachliche Einarbeitung beginnt.

Die Phase ist kurz, aber heikel. Zwischen Zusage und Antritt liegen oft mehrere Wochen oder Monate. Wer in dieser Zeit nichts von sich hören lässt, riskiert, dass Zweifel wachsen – oder ein konkurrierendes Angebot die Entscheidung kippt.

Preboarding vs. Onboarding – wo der Unterschied liegt

Beide Begriffe werden oft vermischt, meinen aber verschiedene Phasen. Preboarding liegt vor dem ersten Arbeitstag, Onboarding beginnt mit ihm.

Das Onboarding umfasst den gesamten Integrationsprozess – fachlich, sozial und kulturell – über die ersten Monate. Preboarding ist die vorgelagerte Brücke dorthin. Wie der gesamte Ablauf aufgebaut ist, zeigt unser Überblick zum Onboarding-Prozess.

Warum die Zeit vor Tag 1 über den Verbleib entscheidet

Weil in dieser Phase mehr Menschen abspringen, als vielen bewusst ist. Laut der Haufe Onboarding-Studie 2023, für die 775 HR-Verantwortliche befragt wurden, erlebten 36 % der Unternehmen Kündigungen zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag – bevor die Person überhaupt angefangen hat.

Der Grund ist selten das Geld. Häufiger ist es Funkstille: Nach der Zusage passiert wochenlang nichts, und in dieses Vakuum wandern Zweifel. Genau hier zahlt Preboarding auf die Mitarbeiterbindung ein – lange bevor die erste Aufgabe verteilt ist.

Preboarding-Maßnahmen: die Checkliste vor dem ersten Arbeitstag

Gutes Preboarding braucht keine großen Programme, sondern verlässliche Signale. Diese Maßnahmen haben sich bewährt:

  • Persönlicher Kontakt nach der Unterschrift – eine kurze Nachricht der künftigen Führungskraft wirkt stärker als jede automatisierte Mail.
  • Zugänge und Arbeitsplatz vorbereiten – Hardware, Accounts und ein eingerichteter Platz signalisieren: Sie werden erwartet.
  • Klare Info zum ersten Tag – Uhrzeit, Ort, Ansprechperson, Ablauf. Das nimmt die häufigste Unsicherheit vor dem Start.
  • Das Team vorab vorstellen – ein kurzes Willkommen oder eine Team-Seite baut soziale Nähe auf, bevor der erste Tag beginnt.
  • Ausblick auf die erste Woche – ein grober Fahrplan zeigt, dass der Start durchdacht ist und nicht improvisiert wird.

Häufige Fehler im Preboarding

Der größte Fehler ist Funkstille. Zwischen Vertragsunterschrift und Antritt gar nicht zu kommunizieren, ist das häufigste Muster – und das teuerste, weil genau hier die frühen Absprünge passieren.

Der zweite Fehler ist das Gegenteil: Überfrachtung. Wer neue Mitarbeitende schon vor dem ersten Tag mit Dokumenten, Tools und Aufgaben überschüttet, erzeugt Druck statt Vorfreude. Preboarding soll binden, nicht schon einarbeiten.

Drittens: reine Bürokratie. Wenn der einzige Vorab-Kontakt ein Formular zur Steuer-ID ist, bleibt das Signal kalt. Verwaltung ist nötig, ersetzt aber kein menschliches Willkommen.

Preboarding als Teil des Gesamtprozesses

Preboarding entfaltet seine Wirkung erst, wenn es nahtlos in den weiteren Ablauf übergeht. Es ist die erste Etappe eines strukturierten Onboardings – nicht ein isolierter Willkommensgruß. Wer die Phase von Anfang an mitplant, verliert weniger neue Mitarbeitende im kritischsten Fenster überhaupt: bevor sie überhaupt angefangen haben.

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Häufig gestellte Fragen:
Häufige Fragen zum Preboarding
Was ist Preboarding?
Dropdown Plus
Preboarding umfasst alle Maßnahmen zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag, die neue Mitarbeitende binden und den Start vorbereiten.
Was ist der Unterschied zwischen Preboarding und Onboarding?
Dropdown Plus
Preboarding liegt vor dem ersten Arbeitstag. Onboarding beginnt mit ihm und umfasst die fachliche, soziale und kulturelle Integration über die ersten Monate.
Welche Maßnahmen gehören zum Preboarding?
Dropdown Plus
Persönlicher Kontakt nach der Zusage, vorbereitete Zugänge und Arbeitsplatz, klare Infos zum ersten Tag, eine Vorstellung des Teams und ein Ausblick auf die erste Woche.
Wann beginnt Preboarding?
Dropdown Plus
Mit der Vertragsunterschrift. Es endet am ersten Arbeitstag, an dem das Onboarding übernimmt.
Ist Preboarding verpflichtend?
Dropdown Plus
Nein, Preboarding ist freiwillig. Es gilt aber als wirksamer Hebel gegen frühe Absprünge und stärkt die Bindung vor dem Start.
Senior Content Marketing Manager

Roland beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Trends, Entwicklungen und Themen aus der HR Welt. Er widmet sich dabei primär den Bereichen Employee Engagement, DEI, Employee Wellbeing und Employee Experience.

Über diesen Autor
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Roland beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Trends, Entwicklungen und Themen aus der HR Welt. Er widmet sich dabei primär den Bereichen Employee Engagement, DEI, Employee Wellbeing und Employee Experience.
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