Roland beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Trends, Entwicklungen und Themen aus der HR Welt. Er widmet sich dabei primär den Bereichen Employee Engagement, DEI, Employee Wellbeing und Employee Experience.

Preboarding ist die Phase zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag – und oft die am meisten unterschätzte im gesamten Onboarding. Was dahintersteckt, welche Maßnahmen wirken und woran Preboarding scheitert.
Preboarding bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen neue Mitarbeitende zwischen der Vertragsunterschrift und dem ersten Arbeitstag begleitet. Ziel ist, die Bindung in dieser Wartephase zu halten, Unsicherheit zu nehmen und den Start vorzubereiten – bevor die fachliche Einarbeitung beginnt.
Die Phase ist kurz, aber heikel. Zwischen Zusage und Antritt liegen oft mehrere Wochen oder Monate. Wer in dieser Zeit nichts von sich hören lässt, riskiert, dass Zweifel wachsen – oder ein konkurrierendes Angebot die Entscheidung kippt.
Beide Begriffe werden oft vermischt, meinen aber verschiedene Phasen. Preboarding liegt vor dem ersten Arbeitstag, Onboarding beginnt mit ihm.
Das Onboarding umfasst den gesamten Integrationsprozess – fachlich, sozial und kulturell – über die ersten Monate. Preboarding ist die vorgelagerte Brücke dorthin. Wie der gesamte Ablauf aufgebaut ist, zeigt unser Überblick zum Onboarding-Prozess.
Weil in dieser Phase mehr Menschen abspringen, als vielen bewusst ist. Laut der Haufe Onboarding-Studie 2023, für die 775 HR-Verantwortliche befragt wurden, erlebten 36 % der Unternehmen Kündigungen zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag – bevor die Person überhaupt angefangen hat.
Der Grund ist selten das Geld. Häufiger ist es Funkstille: Nach der Zusage passiert wochenlang nichts, und in dieses Vakuum wandern Zweifel. Genau hier zahlt Preboarding auf die Mitarbeiterbindung ein – lange bevor die erste Aufgabe verteilt ist.
Gutes Preboarding braucht keine großen Programme, sondern verlässliche Signale. Diese Maßnahmen haben sich bewährt:
Der größte Fehler ist Funkstille. Zwischen Vertragsunterschrift und Antritt gar nicht zu kommunizieren, ist das häufigste Muster – und das teuerste, weil genau hier die frühen Absprünge passieren.
Der zweite Fehler ist das Gegenteil: Überfrachtung. Wer neue Mitarbeitende schon vor dem ersten Tag mit Dokumenten, Tools und Aufgaben überschüttet, erzeugt Druck statt Vorfreude. Preboarding soll binden, nicht schon einarbeiten.
Drittens: reine Bürokratie. Wenn der einzige Vorab-Kontakt ein Formular zur Steuer-ID ist, bleibt das Signal kalt. Verwaltung ist nötig, ersetzt aber kein menschliches Willkommen.
Preboarding entfaltet seine Wirkung erst, wenn es nahtlos in den weiteren Ablauf übergeht. Es ist die erste Etappe eines strukturierten Onboardings – nicht ein isolierter Willkommensgruß. Wer die Phase von Anfang an mitplant, verliert weniger neue Mitarbeitende im kritischsten Fenster überhaupt: bevor sie überhaupt angefangen haben.

Roland beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Trends, Entwicklungen und Themen aus der HR Welt. Er widmet sich dabei primär den Bereichen Employee Engagement, DEI, Employee Wellbeing und Employee Experience.
Ihr Unternehmen mit Hrmony: Ein echter Win-Win
Jetzt ausprobieren & Mitarbeitende motivieren