Sachbezug 2026: Freigrenze, Voraussetzungen & Praxistipps

Inhalt
Das Wichtigste auf einen Blick
- Sachbezüge bis 50 € im Monat sind steuer- und sozialversicherungsfrei (§ 8 Abs. 2 S. 11 EStG). Es ist eine Freigrenze: Schon 1 Cent darüber macht den gesamten Betrag steuerpflichtig.
- Gutscheine und Karten zählen nur als Sachbezug, wenn sie auf ein Händlernetz, eine Region, eine sehr begrenzte Produktpalette oder einen Zweck beschränkt sind (§ 2 Abs. 1 Nr. 10 ZAG).
- Amazon-Gutscheine, reine Kategorie-Begrenzungen und Geldzuschüsse gegen Beleg gelten als Geldleistung.
- Der Sachbezug muss zusätzlich zum Gehalt gewährt werden; eine Gehaltsumwandlung ist ausgeschlossen (§ 8 Abs. 4 EStG).
- Essenszuschuss, Dienstwagen und Unterkunft folgen eigenen Bewertungsregeln und belasten die 50-€-Grenze nicht.
- Sachbezugskarten wie HelloBonnie by Hrmony bleiben ZAG-konform, weil Mitarbeitende Brand Spaces und Regional Spaces kombinieren; Aufladung und Lohndaten laufen automatisch.
Was ist ein Sachbezug und wie hoch ist die Freigrenze 2026? Ein Sachbezug ist eine Sachleistung, die Arbeitgeber Mitarbeitenden zusätzlich zum Gehalt gewähren — bis zu 50 € pro Monat steuer- und sozialversicherungsfrei. Geregelt ist das in § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG. Typische Anwendungen sind Sachbezugskarten, Tankgutscheine und Gutscheine einzelner Händler oder Dienste. Voraussetzung: Der Sachbezug wird zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt, ist als Sachleistung ausgestaltet und überschreitet — auch in Kombination mit anderen Sachbezügen — die 50-Euro-Grenze pro Monat nicht.
Was ist ein Sachbezug?
Ein Sachbezug ist eine Form der Vergütung, bei der Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden statt einer Geldzahlung eine Sachleistung gewähren. Im Gegensatz zum Arbeitslohn fließt der Sachbezug nicht in Geld, sondern in Form einer Ware, einer Dienstleistung oder eines zweckgebundenen Gutscheins. Steuerlich gelten Sachbezüge als geldwerter Vorteil — sie sind Teil des Arbeitslohns im weiteren Sinne, werden aber unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich anders behandelt als reine Geldzahlungen.
Die steuerliche Attraktivität des Sachbezugs ergibt sich aus einer Sonderregelung im Einkommensteuergesetz: § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG stellt Sachbezüge bis zu einer monatlichen Freigrenze von 50 € steuer- und sozialversicherungsfrei. Das macht den Sachbezug zu einer der effizientesten Formen der Mitarbeitervergütung in Deutschland — Mitarbeitende erhalten den vollen Wert als Netto-Vorteil, Arbeitgeber zahlen weder Lohnsteueranteile noch Sozialabgaben.
Typische Anwendungsformen sind:
- Sachbezugskarten — Mastercard-basierte Karten, die monatlich mit 50 € aufgeladen werden und an einer definierten Auswahl von Akzeptanzstellen einlösbar sind.
- Tankgutscheine und Tankkarten — entweder als klassischer Tankgutschein einer einzelnen Tankstellenmarke oder als flexible Tankkarte für Mitarbeitende.
- Essenszuschüsse — als Zuschuss zu Kantinenleistungen oder als digitale Essensmarken.
- Gutscheine für Streamingdienste, Fitnessstudios oder einzelne Händler und weitere Sachleistungen.
Abgrenzung Sachbezug vs. Sachbezugswert: Der Begriff „Sachbezugswert" wird oft mit „Sachbezug" verwechselt, beschreibt aber etwas anderes. Sachbezugswerte sind amtlich festgelegte Pauschalwerte für bestimmte Sachleistungen (z. B. Verpflegung, Unterkunft), die jährlich angepasst werden. Mehr dazu in unserem Glossarbeitrag zum Sachbezugswert 2026.
Wie hoch ist der Sachbezug 2026?
Die 50-Euro-Freigrenze nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG
Die monatliche Sachbezug-Freigrenze beträgt 2026 unverändert 50 € pro Mitarbeitendem. Sie gilt seit dem 1. Januar 2022 und wurde in den Jahren 2023, 2024, 2025 und 2026 nicht angepasst. Vor 2022 lag die Freigrenze bei 44 €.
Bei Gutscheinen und Sachbezugskarten mit Betragsangabe ist grundsätzlich der gewährte Gutschein- beziehungsweise Guthabenwert maßgeblich. Gebühren, die der Arbeitgeber für die Bereitstellung oder Aufladung trägt, gelten nach dem BMF nicht als zusätzlicher geldwerter Vorteil und werden daher nicht auf die 50-€-Freigrenze angerechnet.
Bei anderen Sachleistungen ist grundsätzlich der übliche Endpreis am Abgabeort maßgeblich. Wird eine Ware zusätzlich an die Privatadresse des Mitarbeitenden geliefert, kann die Lieferung einen gesonderten Sachbezug darstellen, der bei der Freigrenze mitzuberücksichtigen ist.
Freigrenze vs. Freibetrag — der entscheidende Unterschied
Diese Unterscheidung ist eine der häufigsten Fehlerquellen in der Praxis. Bei der 50-Euro-Sachbezugs-Grenze handelt es sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag. Der Unterschied hat praktische Konsequenzen:
- Freigrenze: Wird der Grenzwert auch nur um einen Cent überschritten, wird der gesamte Sachbezug steuer- und sozialversicherungspflichtig.
- Freibetrag: Nur der überschießende Anteil wäre steuerpflichtig.
Bei einer Auslastung von 50,01 € müssen also die kompletten 50,01 € als geldwerter Vorteil versteuert werden — nicht nur die 0,01 €. In der Praxis wird die Freigrenze deshalb voll, aber niemals überschritten ausgereizt.
Abgrenzung zum 1.080-Euro-Rabattfreibetrag: Der Personalrabatt-Freibetrag nach § 8 Abs. 3 EStG (1.080 € pro Jahr) ist eine separate Regelung. Er gilt ausschließlich für Personalrabatte auf Waren oder Dienstleistungen, die der Arbeitgeber selbst herstellt oder vertreibt — nicht für allgemeine Sachbezüge. Anders als die monatliche 50-Euro-Sachbezug-Freigrenze ist er ein echter Freibetrag und steht jährlich, unabhängig von der Sachbezug-Freigrenze, zur Verfügung.
Was hat sich 2022 geändert? Die alte 44-Euro-Regelung
Bis zum 31. Dezember 2021 lag die Sachbezug-Freigrenze bei 44 €. Mit dem Jahressteuergesetz 2020 wurde sie zum 1. Januar 2022 auf 50 € angehoben — eine Reaktion des Gesetzgebers auf die allgemeine Preisentwicklung und ein Schritt zur Stärkung des Sachbezugs als Mitarbeiterbenefit.
Wer beim Recherchieren auf ältere Quellen stößt, liest häufig noch von der 44-Euro-Regelung. Diese ist seit Anfang 2022 nicht mehr aktuell. Inhalte, die noch von 44 € sprechen, sollten in der Lohnabrechnung nicht mehr angewendet werden.
Quelle: § 8 EStG (gesetze-im-internet.de)
Sachbezug auf der Lohnabrechnung: Was bedeutet diese Position?
Wer auf seiner Lohnabrechnung eine Position „Sachbezug" entdeckt, fragt sich häufig: Warum steht das hier? Wird mir etwas abgezogen? Bekomme ich etwas zusätzlich? Die Antwort hängt davon ab, wie der Sachbezug bei dem jeweiligen Arbeitgeber gestaltet ist.
Warum erscheint der Sachbezug auf der Lohnabrechnung?
Sachbezüge müssen in der Lohnabrechnung dokumentiert werden — auch dann, wenn sie steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Diese Dokumentationspflicht dient dem Nachweis gegenüber dem Finanzamt und der korrekten Erfassung des geldwerten Vorteils. Mitarbeitende sehen den Sachbezug daher als eigene Position in ihrer Abrechnung, auch wenn sich am ausgezahlten Nettogehalt nichts ändert.
Wird mir der Sachbezug vom Netto abgezogen?
Bei einem korrekt eingerichteten 50-Euro-Sachbezug nach § 8 Abs. 2 EStG: Nein. Der Sachbezug ist eine zusätzliche Leistung des Arbeitgebers, die nicht vom Gehalt abgezogen wird. In der Lohnabrechnung erscheint er als geldwerter Vorteil, ist aber gleichzeitig steuer- und sozialversicherungsfrei — das Nettogehalt verändert sich also nicht.
Etwas anderes gilt bei steuerpflichtigen Sachbezügen, etwa beim Dienstwagen mit Privatnutzung: Der geldwerte Vorteil wird hier auf das steuerpflichtige Bruttogehalt aufgeschlagen, dadurch erhöht sich die Lohnsteuer- und Sozialabgaben-Bemessung, und das Netto wird entsprechend reduziert. Wer einen solchen Effekt auf seiner Lohnabrechnung sieht, hat in der Regel einen steuerpflichtigen Sachbezug — keinen 50-Euro-Sachbezug.
Was bedeutet „geldwerter Vorteil"?
„Geldwerter Vorteil" ist der steuerliche Oberbegriff für alle Vergütungen, die nicht in Geld erfolgen. Sachbezüge sind eine Unterkategorie davon. Auf der Lohnabrechnung erscheint der Begriff oft synonym — wenn dort „geldwerter Vorteil 50 €" steht, ist damit in der Regel der steuerfreie Sachbezug nach § 8 Abs. 2 EStG gemeint. Wenn der geldwerte Vorteil dagegen versteuert wird, handelt es sich um einen steuerpflichtigen Sachbezug.
Muss ich den Sachbezug in der Steuererklärung angeben?
Steuerfreie Sachbezüge nach § 8 Abs. 2 EStG erscheinen nicht auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung und müssen in der Steuererklärung nicht angegeben werden. Bei steuerpflichtigen Sachbezügen sind sie bereits in den auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesenen Bruttowerten enthalten — auch hier ist keine zusätzliche Angabe nötig.
Die korrekte Abbildung vom Sachbezug in der Lohnabrechnung
Sachbezug, Lohnabrechnung, Compliance – wie stellen Unternehmen sicher, das bei der Abrechnung und Dokumentation alles korrekt läuft? Das ist eigentlich relativ einfach: Unabhängig davon, ob ein Sachbezug steuerfrei oder steuerpflichtig ist, folgt seine Verrechnung auf der Gehaltsabrechnung einem einheitlichen Schema. Dieses dient der korrekten Ermittlung der Bemessungsgrundlagen und der lückenlosen Dokumentation gegenüber den Finanzbehörden.
- Schritt 1: Ermittlung des Gesamtbruttos. Der Wert des Sachbezugs (der geldwerte Vorteil) wird zum regulären Bruttogehalt des Mitarbeiters addiert. Das Ergebnis ist das sogenannte Gesamtbrutto. Diese Summe bildet die Basis für die weitere Berechnung.
- Schritt 2: Berechnung der gesetzlichen Abzüge. Auf Basis des im ersten Schritt ermittelten Gesamtbruttos werden die gesetzlichen Abzüge berechnet. Dazu gehören die Lohnsteuer, gegebenenfalls Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag sowie die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung (Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung). Bei einem steuerpflichtigen Sachbezug führt das erhöhte Gesamtbrutto zu höheren Abzügen.
- Schritt 3: Ermittlung des Nettoentgelts. Vom Gesamtbrutto werden die zuvor berechneten Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Das Ergebnis ist das vorläufige Nettoentgelt.
- Schritt 4: Nettoabzug des Sachbezugs. Im letzten Schritt wird der Wert des Sachbezugs vom Nettoentgelt wieder abgezogen. Dieser sogenannte Nettoabzug ist zwingend erforderlich, um zu verhindern, dass der Mitarbeiter den Vorteil doppelt erhält – einmal in Form der Sachleistung selbst und ein zweites Mal als Geldauszahlung über die Lohnabrechnung. Das Endergebnis ist der tatsächliche Auszahlungsbetrag, der auf das Bankkonto des Mitarbeiters überwiesen wird.
Diese Vorgehensweise macht die Lohnabrechnung zu einem potenziellen Quell von Missverständnissen. Ein Mitarbeiter sieht ein höheres Bruttogehalt, aber im Falle eines steuerfreien Sachbezugs einen unveränderten oder bei einem steuerpflichtigen Sachbezug sogar einen niedrigeren Nettoauszahlungsbetrag. Es entsteht eine Diskrepanz zwischen der technischen Darstellung und der empfundenen Realität.
Daher ist es für die Personalabteilung unerlässlich, diesen Prozess proaktiv zu kommunizieren. Die Darstellung auf der Lohnabrechnung ist kein Fehler, sondern eine gesetzliche Notwendigkeit zur transparenten Dokumentation aller Gehaltsbestandteile gegenüber dem Finanzamt. Die Erklärung, dass der Nettoabzug lediglich eine Verrechnung des bereits erhaltenen Vorteils darstellt, ist entscheidend, um Vertrauen zu schaffen und Rückfragen zu minimieren.
Was zählt als Sachbezug? Anwendungsbeispiele
Der 50-Euro-Sachbezug ist sehr vielseitig anwendbar. Im Folgenden die häufigsten Praxis-Anwendungen.
Sachbezugskarten und Gutscheine
Die in Deutschland am weitesten verbreitete Form des Sachbezugs sind digitale Sachbezugskarten — Mastercard-basierte Karten, die monatlich aufgeladen werden und bei einer definierten Akzeptanzstelle (regional oder kategorisch begrenzt) einlösbar sind. Mitarbeitende können selbst entscheiden, wo sie das Budget einsetzen — etwa im lokalen Einzelhandel, beim Tanken oder im Online-Handel innerhalb der Karten-Begrenzung.
Vorteil gegenüber klassischen Gutscheinen: maximale Flexibilität für Mitarbeitende, niedriger Verwaltungsaufwand für Arbeitgeber. Wer einen Vergleich mehrerer Anbieter sucht, findet ihn in unserem Anbieter-Vergleich Sachbezugskarten.
Tankkarten und Tankgutscheine
Beim Themenfeld „Tanken als Sachbezug" gibt es zwei unterschiedliche Lösungen:
- Klassische Tankgutscheine einer einzelnen Tankstellenmarke (Aral, Shell, Total etc.) — eingeschränkt auf eine Marke, mit Belegaufwand. Mehr dazu in unserem Glossarbeitrag zu Tankgutscheinen.
- Sachbezugskarten zum Tanken — Mastercard-basierte Karten, deutschlandweit einsetzbar, ohne Tankquittungen-Aufwand. Mehr dazu im Praxis-Leitfaden zu Tankkarten als Mitarbeiter-Benefit.
Abgrenzung: Internetzuschuss
Ein Zuschuss zum privaten Internetanschluss ist eine Geldleistung und fällt deshalb nicht unter die 50-€-Freigrenze. Der Arbeitgebende kann ihn aber mit 25 % pauschal versteuern (§ 40 Abs. 2 S. 1 Nr. 5 EStG); für Mitarbeitende kommt er dann netto an. Bis 50 € im Monat genügt eine einmalige Erklärung über die Kosten.
Weitere Anwendungen
Über die 50-€-Freigrenze lassen sich auch Gutscheine für Streamingdienste wie Netflix, Spotify oder Disney+, für ein Fitnessstudio oder eine betriebliche Krankenversicherung abbilden, bei der der Arbeitgebende Versicherungsnehmer ist. Entscheidend ist die Form: Ein Gutschein oder eine vom Arbeitgebenden gestellte Leistung ist ein Sachbezug, ein Zuschuss oder eine Erstattung gegen Beleg dagegen eine Geldleistung. Alle diese Sachbezüge teilen sich dieselbe Freigrenze und dürfen zusammen 50 € im Monat nicht überschreiten.
Voraussetzungen für die Steuerfreiheit
Damit ein Sachbezug tatsächlich steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt, müssen drei Voraussetzungen kumulativ erfüllt sein.
„Zusätzlich zum Arbeitslohn" — was das genau bedeutet
Seit 2020 ist diese Voraussetzung in § 8 Abs. 4 EStG streng definiert. Vier Bedingungen müssen alle erfüllt sein:
- Der Sachbezug wird nicht auf den Anspruch auf Arbeitslohn angerechnet.
- Der Arbeitslohn wird nicht herabgesetzt, um den Sachbezug zu finanzieren.
- Der Sachbezug wird nicht anstelle einer bereits vereinbarten künftigen Lohnerhöhung gewährt.
- Bei Wegfall des Sachbezugs wird der Arbeitslohn nicht im Gegenzug erhöht.
Im Klartext: Gehaltsumwandlungen sind ausgeschlossen. Der Sachbezug muss „on top" zum bestehenden Gehalt gewährt werden. Bei Neueinstellungen lässt sich der Sachbezug ohne Diskussion als zusätzliche Leistung in den Arbeitsvertrag aufnehmen. Bei bestehenden Verträgen ist der saubere Weg, den Sachbezug schriftlich als echte Zusatzleistung zu dokumentieren.
ZAG-Konformität bei Karten und Gutscheinen
Seit dem 1. Januar 2022 müssen Gutscheine und Geldkarten den Anforderungen des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG, § 2 Abs. 1 Nr. 10) entsprechen. Konkret bedeutet das: Die Karte muss in ihrer Nutzung eingeschränkt sein. Erlaubt sind drei Wege:
- Limitiertes Netz: Akzeptanz nur bei einer begrenzten Gruppe von Händlern, etwa einer einzelnen Tankstellenmarke, einer Einzelhandelskette oder einer regionalen City-Card.
- Limitierte Produktpalette: Nutzung nur für eine bestimmte Waren- oder Dienstleistungs-Kategorie, etwa Bücher, Streamingdienste, Mobilität oder Fitness.
- Zweckkarte: Gutscheine für bestimmte soziale oder steuerliche Zwecke, etwa Essensgutscheine.
Eine reine Geldkarte oder eine Karte mit allgemeinem Mastercard-Akzeptanznetz ohne Begrenzung würde steuerlich als Geldleistung gelten und damit ihren Sachbezug-Charakter verlieren. Anbieter wie HelloBonnie by Hrmony lösen die ZAG-Anforderung, indem Mitarbeitende regionale und markenbezogene Begrenzung kombinieren — die Karte bleibt ZAG-konform und gleichzeitig flexibel.
Sachleistung statt Geldleistung
Der Sachbezug muss als Sachleistung ausgestaltet sein, nicht als verkappte Geldzahlung. Nicht zulässig sind:
- Zweckgebundene Geldzuschüsse mit freier Verwendung
- Nachträgliche Erstattungen privater Ausgaben gegen Quittung
- Gutscheine, die in Bargeld umtauschbar sind
- Bargeldzahlungen mit Verwendungsempfehlung
Erlaubt sind klassische Gutscheine (Papier oder digital), Sachbezugskarten und direkte Sachleistungen. Welche sechs Merkmale einen Gutschein zur Geldleistung machen, steht im Detail im Beitrag zu Warengutscheinen für Mitarbeiter.
Was bringt der Sachbezug? Brutto-Netto-Rechenbeispiel
Der Vorteil des Sachbezugs gegenüber einer klassischen Gehaltserhöhung wird in einem Rechenbeispiel deutlich. Annahme: Eine Mitarbeiterin soll monatlich einen Netto-Vorteil von 50 € erhalten — einmal als Sachbezug, einmal als Gehaltserhöhung.
Bei einer Belegschaft von 50 Mitarbeitenden, denen monatlich der maximale Sachbezug gewährt wird, beträgt der Jahresaufwand des Arbeitgebers 30.000 €. Der entsprechende Netto-Vorteil für die Belegschaft beträgt ebenfalls 30.000 €. Der gleiche Netto-Effekt über klassische Lohnerhöhungen würde rund 69.900 € jährliche Arbeitgeberkosten erfordern
Hinweis zur fachlichen Genauigkeit: Vereinfachte Berechnung auf Basis der Lohnsteuer 2026, Steuerklasse I, kinderlos, 9 % Kirchensteuer, ohne Umlagen; mit Umlagen 1.459,49 € je Mitarbeitendem und Jahr. Tatsächliche Werte können je nach individueller Situation abweichen.
Steuerfreie Aufmerksamkeiten bis 60 € als Ergänzung zum Sachbezug
Neben dem monatlichen Sachbezug können Unternehmen ihren Mitarbeitenden auch zu persönlichen Anlässen steuerfreie Aufmerksamkeiten zukommen lassen – etwa zum Geburtstag, zur Hochzeit oder zur Geburt eines Kindes. Diese sind bis zu einem Wert von 60 € pro Anlass steuer- und sozialabgabenfrei und ergänzen den 50 €-Sachbezug ideal. Während der Sachbezug regelmäßig gewährt wird, schaffen Anlassgeschenke gezielte Momente der Wertschätzung. In der Praxis setzen viele Unternehmen hierfür auf digitale Lösungen, mit denen sich solche Sachgeschenke einfach und rechtssicher abwickeln lassen – zum Beispiel über Hrmony Geschenke. So lassen sich sowohl laufende Benefits als auch persönliche Anlässe effizient in einer ganzheitlichen Benefit-Strategie abbilden.
Welche Gutscheine und Karten sind als Sachbezug erlaubt?
Als Sachbezug zählen Gutscheine und Karten, die ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und eine der Begrenzungen aus § 2 Abs. 1 Nr. 10 ZAG erfüllen: einen begrenzten Kreis von Akzeptanzstellen, eine sehr begrenzte Waren- oder Dienstleistungspalette oder einen bestimmten sozialen oder steuerlichen Zweck. Ob Papiergutschein, Code oder Karte, spielt keine Rolle – entscheidend ist, wo und wofür sie sich einlösen lassen (BMF-Schreiben vom 15.03.2022).
Erlaubt sind zum Beispiel:
- Gutscheine und Karten eines Händlers oder einer Marke für deren eigenes Sortiment – in den Filialen und im eigenen Onlineshop, sofern Verkauf und Versand durch den Händler selbst erfolgen. Das gilt für Supermarktketten wie REWE oder Lidl ebenso wie für Drogerien, Modehändler oder Tankstellenketten. Bei Sachbezugskarten entspricht das einer Markenbindung, bei HelloBonnie by Hrmony den Brand Spaces.
- Regional begrenzte Gutscheine und Karten, etwa City-Gutscheine oder Karten mit PLZ-Begrenzung. Zulässig ist ein zweistelliger PLZ-Bezirk samt der angrenzenden zweistelligen Bezirke.
- Gutscheine für eine sehr begrenzte Waren- oder Dienstleistungspalette, etwa Kraftstoff, Bücher, ein Streamingdienst wie Netflix, Spotify oder Disney+ oder ein Fitnessstudio.
- Zweckkarten für soziale oder steuerliche Zwecke, etwa Essensgutscheine.
Nicht erlaubt, weil sie als Geldleistung gelten:
- Gutscheine für Online-Marktplätze wie Amazon: Sie lassen sich auch für Produkte von Drittanbietern einlösen, nicht nur für das eigene Sortiment.
- Karten, die nur über eine Händlerkategorie begrenzt sind (Merchant Category Code). Diese Begrenzung allein reicht nicht.
- Gutscheine, die sich nur gegen andere Gutscheine eintauschen lassen, es sei denn, der Zielgutschein erfüllt selbst die Kriterien und das Guthaben steht erst nach dessen Auswahl bereit.
- Barauszahlung, Überweisung oder freie Kreditkartenakzeptanz.
- Zuschüsse und Erstattungen in Geld, auch wenn sie zweckgebunden sind: Ein Netflix-Gutschein ist ein Sachbezug, die Erstattung des Netflix-Abos gegen Beleg nicht. Eine Ausnahme mit eigener Regel ist der arbeitstägliche Essenszuschuss, siehe unten.
Was läuft neben der 50-€-Grenze? Mahlzeiten, Dienstwagen und Unterkunft
Nicht jeder Sachbezug zählt zur 50-€-Freigrenze. Sie gilt nur für Sachbezüge, die mit dem üblichen Endpreis am Abgabeort bewertet werden (§ 8 Abs. 2 S. 1 EStG). Für einige Leistungen schreibt das Gesetz eigene Bewertungen vor – sie laufen getrennt und lassen sich mit dem 50-€-Sachbezug kombinieren.
- Mahlzeiten und Essenszuschuss: bewertet mit dem amtlichen Sachbezugswert, 2026 4,57 € je Mittag- oder Abendessen und 2,37 € je Frühstück. Den geldwerten Vorteil kann der Arbeitgeber mit 25 % pauschal versteuern (§ 40 Abs. 2 S. 1 Nr. 1 EStG). Mehr dazu beim Essenszuschuss.
- Dienstwagen mit Privatnutzung: 1 % des Bruttolistenpreises im Monat oder Fahrtenbuch; bei reinen E-Fahrzeugen 0,25 % bis 100.000 € Listenpreis (Anschaffung nach dem 30.06.2025), darüber und bei begünstigten Plug-in-Hybriden 0,5 % (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG). Der Vorteil ist lohnsteuer- und beitragspflichtig. Mehr zum Dienstwagen.
- Unterkunft und Wohnung: Eine Unterkunft wird mit dem amtlichen Sachbezugswert bewertet, eine Wohnung mit der ortsüblichen Miete. Mehr zur Werkswohnung.
- Sachzuwendungen über der Freigrenze: Der Arbeitgeber kann sie mit 30 % nach § 37b EStG pauschal versteuern; für eigene Mitarbeitende bleiben Sozialversicherungsbeiträge fällig.
Ein Essenszuschuss, ein Dienstwagen und eine Sachbezugskarte mit 50 € im Monat schließen sich also nicht aus. Die Freigrenze teilen sich nur die Sachbezüge, die mit dem Endpreis bewertet werden – etwa zwei Gutscheine im selben Monat.
Wie wird der Sachbezug abgerechnet?
Die Abrechnung des Sachbezugs in der Lohnbuchhaltung folgt einem klaren Muster. Im Detail:
- Anlass und Höhe definieren. Festlegen, wie hoch der Sachbezug pro Mitarbeitendem ausfallen soll — typischerweise wird die volle Freigrenze von 50 € ausgeschöpft.
- Sachbezug beschaffen oder bereitstellen. Sachbezugskarte über einen ZAG-konformen Anbieter, klassischer Tankgutschein über die Tankstellenkette oder direkte Sachleistung über bestehende Lieferanten.
- Ausgabe an Mitarbeitende dokumentieren. Wer wann welchen Wert erhalten hat, muss im Prüfungsfall nachvollziehbar sein. Bei digitalen Lösungen übernimmt das die Plattform.
- Verbuchung in der Lohnbuchhaltung. Als steuerfreier Bezug nach § 8 Abs. 2 EStG mit einer eigenen Lohnart für steuer- und sozialversicherungsfreie Sachbezüge (in DATEV häufig Lohnart 2480 „Sachbezug st/sv-frei“; die konkrete Nummer hängt vom Abrechnungssystem ab).
- Freigrenze monatlich prüfen. Sicherstellen, dass die 50-Euro-Grenze pro Mitarbeitendem pro Monat nicht überschritten wird — und zwar in Summe aller Sachbezüge, die mit dem Endpreis bewertet werden.
- Originalbelege archivieren. Aufbewahrungsfrist: acht Jahre für Buchungsbelege wie die Beschaffungsrechnung (§ 257 Abs. 1 Nr. 4 i. V. m. Abs. 4 HGB, § 147 Abs. 3 S. 1 AO, seit 01.01.2025), sechs Jahre für Lohnkonten (§ 41 Abs. 1 S. 9 EStG).
Steuerfreie Sachbezüge nach § 8 Abs. 2 EStG erscheinen nicht auf der Lohnsteuerbescheinigung der Mitarbeitenden — sie sind kein Bestandteil des Bruttoarbeitslohns.
Sachbezug einführen: Praxis-Tipps für HR und Lohnbuchhaltung
Wer als Arbeitgeber den Sachbezug erstmals einführt, profitiert von einigen Praxis-Tipps aus der Erfahrung von Hrmony-Kunden:
Mit der vollen Freigrenze starten. Ein Sachbezug von 30 € ist administrativ genauso aufwendig wie 50 €. Wer den Benefit einführt, sollte ihn auch prominent machen — die volle Freigrenze ist der psychologisch wirksamere Hebel.
Auf eine ZAG-konforme Lösung setzen. Manuelle Sachbezüge (z. B. selbst gekaufte Gutscheine) sind verwaltungsaufwendig und fehleranfällig. Eine digitale Plattform wie HelloBonnie by Hrmony automatisiert die monatliche Aufladung, die ZAG-Konformität und die Lohndaten-Bereitstellung.
Kommunikation als Erfolgsfaktor. Der Benefit wirkt nur, wenn Mitarbeitende ihn verstehen und nutzen. Eine kurze Onboarding-E-Mail mit Rechenbeispiel („Sie bekommen 50 € pro Monat zusätzlich — steuerfrei") und Anleitung zur Karten-Aktivierung steigert die Nutzungsquote erfahrungsgemäß deutlich.
Vorher durchrechnen. Was der Sachbezug im Vergleich zu einer Gehaltserhöhung kostet und was davon bei den Mitarbeitenden ankommt, lässt sich vor der Einführung beziffern: Der Brutto-Netto-Benefit-Rechner stellt sieben Bausteine einer klassischen Erhöhung gegenüber und zeigt Arbeitgeberkosten und Netto-Vorteil pro Monat und Jahr.
Kombination mit anderen Sachbezügen prüfen. Wer den 50-Euro-Sachbezug voll nutzt, sollte parallel keinen weiteren Sachbezug gewähren, der ebenfalls mit dem Endpreis bewertet wird — sonst wird die Freigrenze überschritten und der gesamte Bezug steuerpflichtig. Essenszuschuss und Dienstwagen sind davon nicht betroffen, sie folgen eigenen Bewertungsregeln.
Anlass-Aufmerksamkeiten parallel nutzen. Neben der monatlichen 50-Euro-Sachbezug-Freigrenze existiert die 60-Euro-Aufmerksamkeits-Freigrenze nach R 19.6 Abs. 1 LStR — gilt für persönliche Anlässe (Geburtstag, Hochzeit, Geburt, Jubiläum). Beide Freigrenzen können im selben Monat parallel ausgeschöpft werden.
Fazit
Der 50-€-Sachbezug ist der einfachste steuerfreie Benefit, wenn drei Dinge stimmen: Er kommt zusätzlich zum Gehalt, die Summe aller endpreisbewerteten Sachbezüge bleibt bei höchstens 50 € im Monat, und Gutscheine oder Karten sind nach dem ZAG begrenzt – auf ein Händlernetz, eine Region, eine schmale Produktpalette oder einen Zweck. Mahlzeiten, Dienstwagen und Unterkunft laufen über eigene Bewertungsregeln daneben.
Mehr Antworten — von der Lohnabrechnung bis zu Sonderfällen — finden Sie in unserem ausführlichen FAQ-Leitfaden zum Sachbezug 2026.
Steuerfreier Sachbezug: Weitere Informationen
Der steuerfreie Sachbezug im Hrmony Blog
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Mitarbeitende sind immer unzufriedener mit dem Gehalt
Drei Vorteile für Mitarbeiter, die (wieder) im Büro arbeiten
Mitarbeitervorteile für Diversity, Equity & Inclusion (DE&I)
Der 50€ Sachbezug: Ein wertvoller Benefit während der Elternzeit
Steuerfreier Sachbezug: Die attraktive Alternative zum Weihnachtsgeld
